Wenn zu wenig Flüssigkeit zur Verstopfung führt

Trockene Kehle = harter Stuhl – Flüssigkeitsmangel gehört zu den häufigsten Ursachen für Verstopfung
Flüssigkeitsmangel und Verdauung

Inhalt

Inhalt

Sie können sich weder an den letzten Toilettenbesuch noch an das letzte Glas Wasser erinnern? Ein Zufall? Eher nicht. Flüssigkeitsmangel ist eine der häufigsten Ursachen für Verstopfung, denn wenn der Nahrungsbrei aufgrund eines Wassermangels nicht aufgeweicht wird, nimmt das Stuhlvolumen ab. Harter Stuhl ist die Folge. Doch dem können Sie vorbeugen.

Unser Körper, der bei Erwachsenen zu über 50% aus Wasser besteht, setzt bereits ab einem Wasserdefizit von nur 3 % eine Art Wassersparplan durch. In der Folge kann unser Körper u.a. den täglich anfallenden Nahrungsbrei im Darm nicht mehr erweichen. Und für diesen Vorgang werden täglich bis zu zehn Litern Flüssigkeit genutzt! Dabei genügt es unserem Körper doch schon, wenn wir 1,5 bis 2 Liter am Tag trinken.

Unser Körper besteht zu über 50% aus Wasser – je nach Alter, denn je älter wir werden, desto geringer ist der Wasseranteil in unserem Körper. Bei Säuglingen liegt der Normwert bei über 70%. Der Körper eines Erwachsenen besteht zu etwa 50% bis 60% aus Wasser. Bis zu unserem 85. Lebensjahr sinkt der Wasseranteil in unserem Körper sogar auf bis zu 45% (2).

Ein wahres Lebenselixier, das für den gesamten Stoffwechsel eine zentrale Rolle spielt. Gerät der empfindliche Wasserhaushalt in Schieflage, hagelt es nur so Konsequenzen für den Organismus – von Kopf bis Darm. 

Nicht selten bemerken wir eine beginnende Dehydrierung (also einen Flüssigkeitsmangel) erst sehr spät. Ganz einfach, weil wir Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, trockene Haut oder auch Verstopfung gar nicht erst mit fehlender Flüssigkeit in Zusammenhang bringen. Unsere vorschnelle Selbstdiagnose lautet häufig Stress oder Erschöpfung. Schließlich hätten wir ja sonst Durst, oder nicht? Leider ist das Durstgefühl nicht immer aussagekräftig genug. Erst recht nicht im fortgeschrittenen Alter. Aber auch bei Kindern, der Einnahme von bestimmten Medikamenten oder im Fall von Krankheiten spielt uns das Durstempfinden schon einmal kleine Streiche. 

Deswegen ist es umso wichtiger, sich über die Gefahren einer Dehydration im Klaren zu sein. Am besten geht das, wenn wir zum einen wissen, was bei einem Flüssigkeitsmangel im Körper passiert. Denn insbesondere der Darm wird bei einer Dehydration geradezu trockengelegt. Zum anderen gilt es, die Symptome einer Dehydration jenseits von Durst zu erkennen. Häufig genügt es unserem Körper also schon, ausreichend Wasser zu trinken, um leichtere Beschwerden loszuwerden, statt gleich mit Medikamenten dagegen vorzugehen.

Mit allen Wassern gewaschen: Was passiert im Körper, wenn man zu wenig trinkt?

Sei es durch ungünstiges Trinkverhalten, Erkrankungen oder durch die Einnahme von Medikamenten: Der Körper ist ein echtes Mimöschen bei Flüssigkeitsmangel. Aber wie können wir es ihm verübeln? So viele physiologische Vorgänge und Körperfunktionen hängen von einem Gläschen Wasser ab.

Trink-Tipp!

Wenn Ihnen regelmäßiges Trinken schwerfällt, lassen Sie sich doch einfach daran erinnern. Durch einen Notizzettel am PC oder eine praktische Wasser-App. Oder Sie stellen sich die am Tag zu trinkende Menge an Flüssigkeit z. B. Mineralwasser morgens schon bereit.

Begleiten wir einen Schluck Wasser auf seiner wirkungsreichen Mission durch unseren Körper. Eine der wesentlichen Funktionen lässt sich grob unter der Überschrift „Transport“ zusammenfassen. 

  • Über unser Blut sorgt Wasser dafür, dass Nährstoffe und Sauerstoff zu unseren Zellen gelangen. Hierzu ist eine gewisse Fließgeschwindigkeit durch ausreichend Flüssigkeit enorm wichtig. 
  • Genauso wie für den Abtransport von Giftstoffen über die Nieren, wo Wasser wie eine Art Super-Lösungsmittel wirkt. 
  • Trinken wir zu wenig Wasser, wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes auf Schneckentempo heruntergebremst. Sauerstoff und Nährstoff stehen quasi im Stau, obgleich die Zellen sehnlichst auf ihr Erscheinen warten. 
  • Und die Giftstoffe? Verbleiben länger im Körper als nötig. Dem Körper bleibt bereits ab einem Wasserdefizit von nur 3 % nichts anderes übrig, als einen strikten Wassersparplan durchzusetzen – zu Lasten der notwendigen Reinigungsprozesse, die wir anhand zahlreicher Symptome der Dehydration zu spüren bekommen.
  • Auch das Gehirn, das ja zu fast zwei Dritteln aus Wasser besteht reagiert sensibel auf den Mangel. Die Gehirnzellen trocknen aus. Anzeichen sind erhöhte Reizbarkeit, schlechte Konzentrationsfähigkeit. Im schlimmsten Fall führt der  Wassermangel zur Bewusstseinstrübung

Schon gewusst? Es gibt drei Formen der Dehydration: isotone, hypotone und hypertone Dehydration. Das Unterscheidungskriterium liegt im Mengenverhältnis von Körperwasser zu Natrium.

Wasserschlacht im Darm: Wie wirkt sich zu wenig Wasser auf die Verdauung aus?

Eine ganz entscheidende Rolle spielt Wasser auch für die Verdauung. Denn zwischen unseren Darminhalten und der Darmwand findet ein höchst intensiver Wasseraustausch statt. Eine wahre Wasserschlacht. Denn wir reden hier von bis zu zehn Litern Flüssigkeit, die der Körper nutzt, um den täglich anfallenden Nahrungsbrei im Darm aufzuweichen. Dies ist entscheidend, damit dem Nahrungsbrei die wichtigsten Nährstoffe zum Weitertransport in die Zellen entzogen werden können. Gerät dieser Vorgang ins Stocken, hat das weitreichende Folgen für den gesamten Darm: 

  • Bakterien reizen die Darmwand 
  • nicht abgebaute, fehlende oder nicht ausreichend produzierte Enzyme (Stichwort: Laktoseunverträglichkeit)
  • Ausschwemmen wichtiger Mineralstoffe bei Durchfall (Elektrolythaushalt in Schieflage) 

Kann der Nahrungsbrei aufgrund eines Wassermangels nicht aufgeweicht werden, nimmt das Stuhlvolumen unweigerlich ab und die Darmtätigkeit kommt zum Erliegen. Die Folge: Der Stuhl wird fest und lässt sich nur noch schwer oder gar nicht ausscheiden. Die Obstipation (also Verstopfung) klopft an. Erst eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit, idealerweise in Kombination mit Ballaststoffen, bringt den Darm wieder in Schwung und lockert den Stuhl auf.

Morgenstund hat Wasser im Mund

Ein Glas lauwarmes Wasser am Morgen auf nüchternen Magen sendet einen ersten Verdauungsimpuls an das Magen-Darm-System und regt durch die wohlige Temperatur Darmbewegungen und Stoffwechsel an.

Mehr als nur Durst: Warnzeichen für Flüssigkeitsmangel 

Flüssigkeitsmangel wird sehr häufig unterschätzt. Ganz einfach deshalb, weil man grundsätzlich davon ausgeht, dass uns unser Durst vor einer ernsthaften Dehydrierung schützt. Ohne Zweifel ist eine trockene Kehle ein klares Zeichen für einen Flüssigkeitsmangel. Nicht selten wird Durst aber mit Hunger verwechselt. In anderen Fällen ist das Durstgefühl durch Medikamente oder Krankheiten beeinträchtigt. Mit fortschreitendem Alter reduzieren sich aufgrund physiologischer Altersveränderung persönliches Durstempfinden und Wasserhaushalt weiterhin. Das Durstempfinden taugt daher insbesondere ab 65 Jahren nicht mehr als alleiniger Gradmesser. 

Welche Symptome sich bei einer Dehydrierung zeigen, hängt ganz davon ab, wie stark der Flüssigkeitsmangel schon fortgeschritten ist. 

Beginnen wir bei Stufe eins, der leichten Dehydration. Sie ist kein Grund zur Sorge und mit dem Griff zum Wasserglas in Kürze wieder aus der Welt geschafft. Ihre Symptome: 

  • Durst 
  • trockene Schleimhäute (trockene Kehle) 
  • konzentrierter, gelber Urin
  • Kopfschmerzen 

Immer noch nichts getrunken? Dann beginnt sich der Flüssigkeitsverlust unseres Körpers bei ungefähr 6 % einzupendeln. Oder anders ausgedrückt: Hier haben wir bereits die mäßige Dehydration mit folgenden Symptomen: 

  • sehr trockene Schleimhäute 
  • stark abnehmende Urinmenge
  • Schwindel
  • Herzrasen 
  • Verstopfung

Wird diesem Zustand nichts entgegengesetzt, verdoppelt sich der Flüssigkeitsmangel schnell auf 12 %. Wir sprechen von einer schweren Dehydration

  • niedriger Blutdruck 
  • Exsikkose (Austrocknung des Körpers, leicht erkennbar, sobald zusammengekniffene Haut kurz als Falte „stehenbleibt“) 
  • Übelkeit 
  • Muskelkrämpfe

Bei der nächsten Stufe haben wir es mit einer sehr schweren Dehydration zu tun, die mit einem 15-%igen Flüssigkeitsverlust einhergeht und in den allerschlimmsten Fällen sogar zum Tod führen kann: 

  • Schock 
  • Kreislaufschwäche 
  • Nierenversagen
  • Lethargie und Delirium bis hin zu Koma

Bei starken oder länger anhaltenden Beschwerden im Zusammenhang mit einem Flüssigkeitsmangel begeben Sie sich bitte sofort in ärztliche Behandlung. Falls Sie bei einem Mitmenschen Anzeichen einer sehr schweren Dehydration erkennen, rufen Sie bitte schleunigst einen Krankenwagen.

Was hilft gegen Verstopfung durch Dehydrierung?

Die Antwort liegt selbstverständlich auf der Hand: Trinken. Aber – der Teufel liegt im Detail.

Eine leichte oder mäßige Dehydrierung, die sich unter anderem durch Verstopfung äußern kann, lässt sich in einigen Stunden meist selbst beheben, indem Sie mehrfach in kleineren Mengen trinken.

Neben der Nummer eins – Wasser – eignen sich ungesüßte Früchte- oder Kräutertees und leicht salzige Brühen ausgezeichnet. Doch viele Menschen sind sich im Falle eines gestörten Durstempfindens häufig unsicher, wie hoch der individuelle Flüssigkeitsbedarf ist.

Getränke mit 10 % Alkoholgehalt oder mehr erhöhen den Flüssigkeitsverlust sogar. Bier-Mischgetränke wie Radler oder dünne Weißweinschorlen sind Alternativen.

Ein guter Gradmesser für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt ist die Farbe des Urins. Er sollte bei mindestens einem täglichen Toilettengang nahezu farblos und möglichst hell sein. Mithilfe dieses Farbtests kommen Sie Ihrem persönlichen Flüssigkeitsbedarf schnell auf die Schliche. Eine weitere Hilfestellung bieten ernährungsmedizinische Empfehlungen.

Von der DGE empfohlene Trinkmengen

Für Erwachsene gelten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) diese Richtwerte als Gradmesser für die täglich empfohlene Trinkmenge (in Milliliter), um einer Dehydrierung vorzubeugen(1).

● 19 bis 25 Jahre: 1470 ml
● 25 bis 51 Jahre: 1410 ml
● 51 bis 65 Jahre: 1230 ml
● Ab 65 Jahre: 1310 ml

Das heißt nicht zwangsweise, dass Sie beispielsweise als Frau im besten Alter von 51 Jahren täglich eine 2-Liter-Flasche Wasser leeren müssen. Knapp einen Liter Flüssigkeit nehmen wir bereits mit der Nahrung auf. Extrapunkte für den eigenen Flüssigkeitshaushalt gibt es beim regelmäßigen Verzehr besonders wasserhaltiger Lebensmittel. 

Besonders wasserhaltige Lebensmittel sind:

● Gurke: 97 %
● Wassermelone: 96 %
● Kopfsalat: 95 %
● Tomaten: 95 %
● Molke: 94 %
● Radieschen: 94 %
● Rhabarber: 93 %
● Spargel: 93 %

Es kommt nicht von ungefähr, dass sich in dieser Liste vor allem ballaststoffreiche Lebensmittel befinden, die einer Verstopfung ohnehin schnell den Garaus machen oder hartem Stuhl wirksam vorbeugen. Sieht Ihr Speiseplan deutlich trockener aus, sollten Sie umso mehr Flüssigkeit aus Getränken wie Wasser oder Tee zu sich nehmen, damit der Stuhl nicht austrocknet. Das gilt insbesondere an heißen Tagen und bei sportlicher Betätigung.

Wenn Sie auch Ihrem trägen Darm nach einer leichten Dehydrierung einen kleinen Schubs geben wollen, empfehlen sich sanfte Abführmittel wie die Medizinprodukte von Carimera. Carimera Plus und Carimera Duo regen die Darmtätigkeit gezielt und schonend an, indem sie den Stuhl aufweichen und so die Entleerung unterstützen. Carimera Duo gibt’s als praktische Liquid-Sticks, die Sie pur oder vermischt mit etwas Wasser einnehmen können. Carimera Plus kommt in praktischer Pulverform daher und kann einfach aufgelöst werden. Worin? Sie ahnen es wohl schon: in einem Glas Wasser.

Quellenverzeichnis
  1. (1) Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2000). Wasser. Abgerufen am 10.06.2021 über https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/wasser/
  2. (2) Köhnke, K. (2011) Der Wasserhaushalt und die ernährungsphysiologische Bedeutung von Wasser und Getränken. Fachbeitrag der Ernährungs Umschau November 2011. Herausgegeben durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.  Abgerufen am 03.09.2021 über DOI: 10.4455/eu.2011.990
  3. Vasey, C. (2007). Trink Wasser und bleib gesund: Wasserhaushalt im Körper. Wassermangel und seine Folgen. Aarau, Schweiz. AT Verlag.
  4. Hobelsberger, B. et al. (2020). Dr. Food für Magen, Darm und Verdauung: Die besten Ernährungsstrategien für ein gutes Bauchgefühl. München, Deutschland. Gräfe und Unzer. 
  5. Batmanghelidj, F. (15. April 2014). Wasser – die gesunde Lösung: Ein Umlernbuch. Kirchzarten, Deutschland. VAK Verlag. 
  6. Gerlach, U. et al. (2015). Innere Medizin für Gesundheits- und Krankenpflege. Stuttgart, Deutschland und New York, USA: Georg Thieme Verlag.

Zuletzt aktualisiert am: 06.09.2021
Veröffentlicht am: 27.09.2021
Bildnachweis: Foto von Andrew Ren über Unsplash

Leseempfehlungen

  • Wann wird Verstopfung gefährlich – Titelbild

    Wann wird eine Verstopfung gefährlich?

    Jeder kennt sie, keiner mag sie: Eine Verstopfung ist in der Regel unangenehm, aber harmlos. Tritt sie jedoch sehr plötzlich und mit heftigen Begleitsymptomen auf, ist Vorsicht geboten. Auch wenn die Verstopfung trotz Behandlung nach 10 bis 14 Tagen immer noch nicht verschwunden ist, sollten Sie sie nicht länger auf die leichte Schulter nehmen.  In […]

    Zum Artikel
  • Verstopfung Ursachen

    Welche Ursachen hat Verstopfung?

    Eine Verstopfung beschäftigt uns, quält uns und bringt uns auf eigentümliche Art zum Schweigen. Gesprächsthema ist sie selten. Schade, denn mangels Kommunikation tappen wir immer wieder in die Fallen, die Darmträgheit erst hervorrufen. Was meinen Sie? Sollen wir es diesmal anders machen und Ursachenforschung betreiben? Und wer weiß, vielleicht erzählen Sie danach Ihren Lieben mehr über die Ursachen einer Verstopfung?

    Zum Artikel
  • Hausmittel gegen Verstopfung Titelbild

    Hausmittel gegen Verstopfung – was wirklich hilft

    Ob im Traumurlaub, im Kundengespräch oder in der Hochzeitsplanung – plötzlich taucht ein Überraschungsgast auf. Die Verstopfung hat sich selbst eingeladen. Doch keine Sorge: Meist ist der unerwartete Gast völlig harmlos und lässt sich schnell abwimmeln. Warum versuchen Sie es nicht auf die sanfte Tour – mit schonenden Hausmitteln gegen Verstopfung? Wir haben die hilfreichsten Hausmittel für Sie zusammengetragen.

    Zum Artikel