Welche Ursachen hat Verstopfung?

Warum unser Darm manchmal nicht loslassen möchte
Verstopfung Ursachen

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Eine Verstopfung beschäftigt uns, quält uns und bringt uns auf eigentümliche Art zum Schweigen.  Gesprächsthema ist sie selten. Schade, denn mangels Kommunikation tappen wir immer wieder in die  Fallen, die Darmträgheit erst hervorrufen. Was meinen Sie? Sollen wir es diesmal anders machen und  Ursachenforschung betreiben? Und wer weiß, vielleicht erzählen Sie danach Ihren Lieben mehr über  die Ursachen einer Verstopfung?

Es tut so gut, einfach mal loslassen zu können. Ganz gleich, ob es sich um störende Gedanken oder den  Stuhlgang dreht. Was zunächst etwas salopp klingt, beschreibt das befreiende Gefühl, das sich einstellt,  wenn wir endlich wieder können, nachdem wir lange mussten. Auch wenn eine Verstopfung häufig  harmlos ist, machen wir drei Kreuze, sobald der Stuhlgang wortwörtlich wieder seinen Lauf nimmt.  Nächstes Mal, so schwören wir uns, machen wir einen Bogen um die Ursachen einer Verstopfung. Doch  halt, wie bekommt man eigentlich eine Verstopfung?  

Machen wir es spannend: Die Liste der Ursachen einer Verstopfung ist lang. Sie beginnt mit falschen  Ernährungsgewohnheiten, umfasst Unverträglichkeiten oder die Einnahme bestimmter Medikamente  und endet mit der Symptomatik ernster Krankheiten. Oder der Darm macht uns eindrücklich klar, dass  ihm unser Lebensstil nicht passt. Und manchmal ist eine Verstopfung einfach Frauensache, wenn die  Hormone aus der Reihe tanzen.  

Ohne Frage, die Gründe für eine Verstopfung könnten ein ganzes Buch füllen. Aber – und das  versprechen wir – es ist kein Buch mit sieben Siegeln. Lernen Sie die möglichen Ursachen einer  Darmträgheit kennen! Dann wird es Ihnen leichter fallen, die Übeltäter, die den Darm zur  Arbeitsniederlegung angestiftet haben, zu entlarven.

Ein Leben in Saus und Braus? Nicht mit dem Darm 

Der Darm verdient unseren vollen Respekt. Er übernimmt die Verdauung und Absorption (also die  Aufnahme) von Nährstoffen und schenkt nebenbei 75% unserer Abwehrzellen und über 400 verschiedenen Bakterienarten (Darmflora) ein Zuhause. Rund um die Uhr, ohne Ruhepause. Das klingt  nach einem Schwerstarbeiter mit Streberqualitäten, aber eben nicht – genau – nach einem Partylöwen.  Der Darm ist ein Gewohnheitstier, das Beständigkeit liebt. Aufregung, Stress oder – Gott bewahre – eine  Reise bringen ihn völlig aus seinem gewohnten Tritt. Vor lauter Schreck wird der Stuhl eingedickt und

verhärtet sich unangenehm. Wenn Sie also während turbulenter Zeiten unter Verstopfung leiden, haben  Sie eine ihrer häufigsten Ursachen kennengelernt.  

Auf die richtige Ernährung kommt es an – oder warum der Darm kein Allesesser ist

Die schlechte Nachricht: In vielen Fällen ist eine Verstopfung „hausgemacht“. Die Ursache liegt häufig in  einer falschen Ernährung. Es gibt sie nämlich, die stopfenden Lebensmittel, die unseren Darm, schneller  als wir sie „hineinstopfen“ können, schachmatt setzen.  

Die gute Nachricht? Es gibt auch die guten, die nicht stopfenden Lebensmittel. Mit ihnen bringen Sie  Ihren Darm genauso schnell wieder in Schwung. Der beste Freund des Darms ist eine ballaststoffreiche,  nährstoffreiche und vielseitige Ernährung, die einen Bogen um verarbeitete sowie stark zucker- und  weißmehlhaltige Lebensmittel macht. Ebenso abträglich für eine gesunde Darmflora sind zu viel Alkohol,  Fett und Fleisch auf der einen oder eine Mangelernährung, wie im Falle einer Magersucht, auf der  anderen Seite.  

Hand in Hand geht eine darmfreundliche und ballaststoffreiche Ernährung mit einer ausreichenden  Flüssigkeitszufuhr. Wer vermehrt Ballaststoffe aufnimmt, benötigt Wasser, damit die Ballaststoffe  aufquellen. Aber auch davon unabhängig sollten Sie immer genug trinken, um einer weiteren Ursache  einer Verstopfung zu entgehen, nämlich der Dehydrierung. Es erklärt sich von selbst: Einer Verstopfung  liegt zu fester Stuhl zugrunde, Flüssigkeit macht den Stuhl weicher. Wenn Sie sich also das nächste Mal  nicht sicher sind, ob das Glas halbleer oder halbvoll ist, entscheiden Sie sich für halbleer – und schenken  Sie etwas Wasser nach!  

Vitamine und Mineralstoffe: Auf das richtige Maß kommt es an  

Es ist wie verhext: Da wollten Sie mit der Ergänzung wichtiger Mineralstoffe wie Kalzium und Eisen Ihrem  Körper etwas Gutes tun, aber stattdessen wird es Ihnen mit einer Verstopfung gedankt.  Verstopfungsursache Mineralstoffe? Ja leider, denn mit einer verstärkten Mineralstoffzufuhr verändert  sich auch die Zusammensetzung der Darmbakterien, wodurch eine Verstopfung begünstigt wird.  

Genau andersherum gestaltet es sich bei Vitamin D. Der Sonnenschein unter den Vitaminen steht im  Verdacht, bei einem Mangel Verstopfungen oder entzündliche Darmkrankheiten hervorzurufen. Regelmäßig etwas Zeit im Freien an der Sonne zu verbringen tut also nicht zuletzt auch Ihrer Darmgesundheit gut.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Verstopfung als Symptom  

Kommt Ihnen dieses Szenario bekannt vor? Sobald Sie verstärkt Milchprodukte, Fruchtzucker oder  Weizenprodukte zu sich nehmen, rebelliert Ihr Körper mit Bauchschmerzen, einem Blähbauch,  Durchfällen oder einer lästigen Verstopfung. Grundsätzlich können Verdauungsbeschwerden in manchen  Fällen die Symptome einer Nahrungsmittelunverträglichkeit sein. Denn insbesondere Glutenunverträglichkeit, Laktoseintoleranz und Sorbitunverträglichkeit bedeuten die  eingeschränkte Fähigkeit des Darms, bestimmte Lebensmittel richtig zu verdauen. Doch da sich die Symptome verschiedener Unverträglichkeiten und Magen-Darm-Erkrankungen sehr ähneln, ist es nicht  immer klar ersichtlich, ob sich hinter den Beschwerden tatsächlich eine Unverträglichkeit verbirgt. Ein Ernährungstagebuch kann Licht in die Sache bringen und die Ursachen Ihrer Verstopfung aufdecken. Bei  Verdacht auf Unverträglichkeiten empfiehlt es sich, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu konsultieren.

Die lieben Hormone: Warum Verstopfung häufig Frauensache ist  

Frauen leiden in Deutschland etwa doppelt so häufig an Verstopfung wie Männer – und das, obwohl  Frauen häufig gesundheitsbewusster leben. Ganz schön ungerecht. Doch so gesund sich Frauen auch  ernähren mögen, so machtlos sind sie gegen ihre Hormone. Davon können Frauen mit einer  Schilddrüsenunterfunktion ein Lied singen. Diese Hormonstörung, die Frauen überproportional häufig  betrifft, verlangsamt den Stoffwechsel und kann dadurch eine Verstopfung verursachen. 

Aber auch der weibliche Zyklus kann die Verdauung beeinflussen. Insbesondere in der zweiten Zyklushälfte,  wenn der Hormonspiegel sinkt, tritt bei Frauen häufig eine Verstopfung auf. Das gleiche Phänomen zeigt  sich während der Wechseljahre. Ein verlangsamter Stoffwechsel und die Abnahme der Hormone sind  typische Ursachen für Verstopfung und Völlegefühl bei Frauen zwischen 46 und 51.  

Organkrankheiten als Ursache: Der Darm und seine Allianzpartner 

Es gibt also einerseits viele eher als harmlos zu beurteilende Ursachen einer Verstopfung, denen wir mit  einer Änderung unserer Lebens- oder Ernährungsgewohnheiten häufig entgegenwirken können.  

Auf der anderen Seite können auch ernstere Organstörungen Ursache einer Verstopfung sein. Denn der  Darm übt seine Rolle als Verdauungsminister nicht alleine aus, sondern wird durch eine Allianz anderer  Organe unterstützt. Funktionsstörungen dieser Sparringspartner können daher auch einer Verstopfung  Vorschub leisten. 

Besonders eng ist das Beziehungsgeflecht zwischen Darm, Leber und Gallenblase. Vor allem die Leber  nimmt eine zentrale Rolle bei der Verdauung ein, indem sie mit der von ihr produzierten Gallenflüssigkeit  die Aufnahme von Fetten im Dünndarm unterstützen. Ist die Gallenproduktion infolge von  Lebererkrankungen oder Gallensteinen gestört, zieht dieser Umstand eine Reihe von Folgebeschwerden nach sich, wie zum Beispiel Verstopfungen, Blähungen und/oder ein Völlegefühl.

Zwei weitere organische Funktionsstörungen, die häufig eine Verstopfung verursachen, gehen auf das  Konto des Darms selbst: Reizdarm und Darmentzündungen. Darmentzündungen wie Morbus Crohn und  Colitis ulcerosa äußern sich in einer sehr vielfältigen Symptomatik, die von Magen- und Bauchschmerzen  über Fieber bis hin zu Durchfall und etwas seltener Verstopfung reicht. Beim Reizdarm treten dagegen  typische Beschwerden wie Durchfall, Krämpfe, Blähungen und Verstopfungen meist im Wechsel sowie in  milderer Ausprägung auf.  

Eng mit dieser Thematik ernster Erkrankungen verknüpft ist die Rolle bestimmter Medikamente, die als  weitere Ursache einer Verstopfung gelten können. Der Preis für die starke Wirksamkeit von  Medikamenten wie Opioiden und Cortison wird vor allem vom Darm bezahlt. Die Wirkstoffe dieser  Medikamente docken nämlich genau an jene Nervenzellen im Magen-Darm-Trakt an, die die  Darmtätigkeit steuern. Als Folge kommt es zu einer Lähmung der Darmmuskulatur, da die Aktivität der  Nervenzellen durch die Einnahme der Medikamente gehemmt wird.

Ob der Verstopfung tatsächlich eine ernstere Erkrankung zugrunde liegt, kann jedoch nur eine Ärztin  oder ein Arzt feststellen. Im Zweifel wenden Sie sich daher bitte immer an den oder die Ärztin Ihres  Vertrauens.

Quellenverzeichnis
  1. Claudia Richter. (11.05.2020). Ernährung bei Verstopfung. Abgerufen am 23.03.2021 über  https://www.minimed.at/medizinische-themen/stoffwechsel-verdauung/ernaehrung-bei-verstopfung/
  2. Mondosano. Verstopfung durch Opioide. Abgerufen am 23.03.2021 über https://www.mondosano.de/ratgeber-artikel/verstopfung-durch-opioide
  3. Ärzteblatt. (10/2010). Gastroenterologie: Leber und Darm – eine enge Allianz. Abgerufen am 23.03.2021  über https://www.aerzteblatt.de/archiv/68102/Gastroenterologie-Leber-und-Darm-eine-enge-Allianz

Zuletzt aktualisiert am: 21.04.2021
Veröffentlicht am: 15.04.2021

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