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Verstopfung durch Erkältung und Grippe

Strikte Bettruhe für den Darm: Wenn die Verdauung wieder einmal flachliegt
Verstopfung durch Erkältung und Grippe

Inhalt

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Verdauungsprobleme im Anmarsch: Nicht nur Sie liegen mit Husten und Halsschmerzen im Bett. Auch dem Darm „trieft gewaltig die Nase“ – im metaphorischen Sinne. Was dem armen Kerl fehlt? Bewegung! Und meistens auch Flüssigkeit. Erfahren Sie, wie Sie einer Verstopfung bei Erkältung und Grippe entgegenwirken können.

Sie Glückspilz: In letzter Sekunde haben Sie zwei Konzerttickets für Ihre Lieblingsband ergattert. Zum Dank werden Sie jeden einzelnen Hit lauthals mitsingen – vorausgesetzt, Ihre Stimme lässt es zu. Plötzlich fühlt sie sich ganz rau und kratzig an. Und was ist auf einmal mit Ihrer Stirn los? Sie glüht förmlich. Ihnen schwant nichts Gutes. Das sieht verdächtig nach Erkältung oder Grippe aus. Hätten Sie sich beim letzten Herbstspaziergang nur wärmer eingepackt. Jetzt müssen Sie die leichte Jeansjacke mit drei Tagen Bettruhe ausbaden. Doch nicht nur Hals, Kopf und Nase beklagen sich lauthals über den luftigen Dresscode. Auch der Darm redet ein ernstes Wörtchen mit Ihnen. Mit einer hartnäckigen Verstopfung gibt er Ihnen den Rest – als wäre die Erkältung nicht schon Strafe genug. Doch wie kommt es eigentlich zu Verstopfung (medizinisch Obstipation) durch Grippe oder Erkältung und wie werden Sie den ungebetenen Überraschungsgast schnell wieder los?

1. Erkältung oder Grippe: Das ist hier die Frage

Grippe und Erkältung gelten als eineiige Krankheitszwillinge. Doch weit gefehlt: In Wirklichkeit sind sie nur zwei flüchtige Bekannte. Nehmen wir die beiden False Friends genauer unter die Lupe:

  • Blitzbesucher oder Dauergast: Die Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, schlagen wir meist nach einer Woche wieder in die Flucht. Deutlich länger haben wir die Grippe (Influenza) am Hals. Rund 14 Tage bleibt uns der unangenehme Besucher erhalten. 
  • Speedy Gonzales oder Balu der Bär: Die Grippe ist wie Speedy Gonzales. Schlagartig und mit voller Wucht überfallen uns die Symptome. Meist kündigt sie sich mit einem plötzlich eintretenden hohen Fieber und starken Kopf- und Gliederschmerzen an. Gemütlicher wie Balu der Bär lässt es die Erkältung angehen. Langsam und schleichend knockt sie uns aus. Zuerst kribbelt uns nur die Nase. Wenig später beginnt sie zu triefen. Erst nach und nach wird der wässrige Schnupfen fester und zähflüssiger. Husten und Halsschmerzen setzen der Erkältung die Krone auf. 
  • Viren sind nicht immer gleich Viren: Die Grippe ist wählerisch. Für sie kommt nur ein einziger Keim infrage – der Influenzavirus. Nicht umsonst kennen wir sie auch als Influenza. Die Erkältung nimmt es nicht ganz so genau. Sie springt auf 200 verschiedene Viren an, Atemwegsviren oder „respiratorische Viren“ genauer gesagt, darunter zum Beispiel auf Rhinoviren, Adenoviren oder Coronaviren.

Das Wichtigste in Kürze

– Eine Erkältung ist nach rund sieben Tagen ausgestanden, eine Grippe meist erst nach 14 Tagen.
– Eine Erkältung tritt langsam und schleichend auf, eine Grippe schlagartig und heftig.
– Bei einer Grippe kommt nur einer als Auslöser infrage – der Influenzavirus. Bei der Erkältung gibt es über 200 verschiedene Übeltäter.

2. Grippe vs. Erkältung: Welche Symptome sind typisch? 

Nicht nur beim Verlauf und Auslöser gehen Grippe und Erkältung ihre eigenen Wege. Auch bei den Symptomen sind sie sich nicht immer einig. Doch keine Sorge: Unsere Symptom-Checkliste bringt Ordnung in den Krankheitsdschungel:

Erkältung

  • Fieber: selten und schwach
  • Kopfschmerzen: leichte Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen: typischer Erkältungs-Vorbote
  • Schnupfen: häufig
  • Husten: trockener Reizhusten zu Erkältungsbeginn, verschleimter Husten gegen Erkältungsende
  • Gliederschmerzen: selten und schwach

Grippe

  • Fieber: häufig und stark: Plötzlich einsetzendes Fieber nicht selten über 39 Grad.
  • Kopfschmerzen: starke Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen: typisches Grippesymptom
  • Schnupfen: selten
  • Husten: schmerzhafter, trockener Husten ab Krankheitsbeginn
  • Gliederschmerzen: häufig und stark

3. Verstopfung – eine Folge von Grippe und Erkältung? 

Hand aufs Herz: Wer denkt bei Verstopfung schon an Erkältung oder Grippe? Denn was hat ein müder Darm mit Halskratzen, Gliederschmerzen oder Schnupfen am Hut? Vielleicht mehr, als Sie denken. 

Stellen Sie sich vor: Eine heftige Grippe setzt Sie außer Gefecht. Seit zwei Wochen hüten Sie das Bett. Für mehr als einen kurzen Wohnungsspaziergang sind Ihre Beine momentan nicht bereit. Ihrem inneren Schweinehund kommt die kleine Zwangspause gerade recht, Ihrem Darm weniger. Der Gute braucht seinen Auslauf. Schon 15 bis 20 Minuten Bewegung pro Tag bringen ihn seiner Bikinifigur näher. Doch was, wenn das tägliche Verdauungs-Training wegen eines grippalen Infekts flachfällt? Dann ist die Verstopfung nicht mehr weit. Der Bauch zwickt, Darmwinde ziehen auf und Darm-Dates finden so gut wie nicht mehr statt.

Hätten Sie’s gewusst?

Neben strenger Bettruhe gilt auch Flüssigkeitsverlust als typische Ursache von Verstopfung bei Erkältung oder Grippe. Bei Fieber geraten wir ganz schön ins Schwitzen. Ruckzuck sind unsere Feuchtigkeitsspeicher erschöpft. Können wir sie nicht rechtzeitig auffüllen, trocknen wir förmlich aus. Auch unser Darm hat unter dem Flüssigkeitsmangel zu leiden. Auf dem stillen Örtchen flutscht es plötzlich nicht mehr. Der Stuhl sitzt in der Zwickmühle. Und je länger er in der Zwickmühle sitzt, desto schneller bahnt sich eine akute Verstopfung an.

4. Träge Verdauung durch Erkältung oder Grippe? Zünden Sie diese Verdauungs-Raketen! 

  • Ein Stößchen auf den Darm: Stoßen Sie täglich gleich mehrmals auf Ihren Darm an. Zwischen zwei und drei Litern Flüssigkeit hat sich das ausgetrocknete kleine Kerlchen nach der Erkältung verdient. Zuckerbomben wie Cola, Limonade oder gesüßte Fruchtsäfte sind zum Anstoßen aber nicht die beste Wahl. Erheben Sie lieber ein Glas Mineralwasser oder eine Tasse Kräutertee auf den Darm. 
  • Krauleinheiten für den Darm: Ihr Darm ist fix und fertig. Nicht nur der grippale Infekt, auch die Verstopfung danach machen ihn zum Verdauungs-Muffel – höchste Zeit für ein paar Krauleinheiten. Gönnen Sie dem armen Wesen in Ihrem Bauch zweimal täglich eine 20-minütige Bauchmassage. Mit sanften kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn streicheln Sie den Verdauungs-Schnupfen einfach weg.  
  • Ballast, der keiner ist: Ballaststoffe gehören in die Mülltonne? Aber nicht doch, sie gehören in den Darm. Die unverdaulichen Nahrungsbestandteile sind wahre Verdauungs-Raketen – ob bei akuter oder chronischer Verstopfung. Schon 30 Gramm pro Tag machen den trägen Darm zum Wirbelwind.

Diese Ballaststoffe spielen bei Verstopfung in der Verdauungs-Champions-League:
● frisches Obst (Äpfel, Birnen, Kiwi, Zitrusfrüchte),
● frisches Gemüse (Brokkoli, Rosen- und Weißkohl, Karotten, Kartoffeln),
● Trockenfrüchte (Rosinen, Aprikosen, Pflaumen),
● Samen und Nüsse,
● hochwertige Vollkornprodukte (Vollkornbrot, Vollkornnudeln).

  • Erste Hilfe bei Verstopfung nach Grippe und Erkältung: Der grippale Infekt ist überstanden, die Verstopfung leider noch nicht. Mit stechendem Schmerz, Völlegefühl und Blähungen erinnert Sie Ihr Darm an die Strapazen der letzten Tage. Er wird seinen Verdauungs-Schnupfen einfach nicht mehr los. Warum verschreiben Sie dem angeschlagenen Knaben nicht einen Verdauungs-Champ aus der Hausapotheke? Abführhelfer mit sanfter Wirkung päppeln die verschnupfte Verdauung nach der Erkältung wieder auf.

Haben Sie nicht noch Carimera Plus oder Carimera Duo im Medizinschrank stehen? Die beiden Medizinprodukte beinhalten Macrogol und gelten als besonders sanftes Rezept gegen Verstopfung und Blähungen. Schonend fördern sie die Stuhlentleerung durch ein Erweichen des Stuhls und schicken zudem noch Blähungen in die Wüste, dank der entschäumenden Eigenschaften des enthaltenen Simeticons. Erfahren Sie hier mehr über die Medizinprodukte.

Quellenverzeichnis
  1. Robert Kopf (2019). Verstopfung – Behandlung mit Homöopathie, Heilpflanzen, Schüsslersalzen und Naturheilkunde. München, Deutschland. BookRox GmbH.
  2. Arnold Achmüller (2018). Husten und Schnupfen. Bozen, Italien. Edition Raetia. 
  3. Hans-Ulrich Comberg et al. (2004). Allgemeinmedizin. 4. überarbeitete Auflage. Stuttgart, Deutschland. Thieme Verlag.

Zuletzt aktualisiert am: 06.09.2021
Veröffentlicht am: 27.09.2021
Bildnachweis: Foto von Kelly Sikkema über Unsplash

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