Symptome bei Verstopfung

Stau im Darm: Stillstand mit Folgen

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Wir sind uns einig: Eine Verstopfung ist kein angenehmer Zeitgenosse. Der Darm hatte schon  einmal bessere Tage. Leider bekommen auch wir seine schlechte Laune hin und wieder zu spüren.  Mit den verschiedensten Symptomen lehnt sich der gereizte Verdauungstrakt lauthals gegen die  Verstopfung auf. Höchste Zeit, seine Stimmung aufzuhellen.

Hauptsymptome und Begleitsymptome: Wo liegt der Unterschied?  

Verstopfung ist nicht immer gleich Verstopfung. Mit den unterschiedlichsten Symptomen macht sie sich bemerkbar. Prinzipiell unterscheiden Mediziner:innen zwei Arten von Symptomen – die  Hauptsymptome und die Begleitsymptome.  

  • Hauptsymptome treten bei nahezu jeder Verstopfung auf.  
  • Begleitsymptome können, müssen aber nicht auftreten.

Hauptsymptome bei Verstopfung – die üblichen Verdächtigen 

Zuallererst macht sich die Verstopfung im Darm bemerkbar. Der Stuhlgang ist nicht mehr das, was er  einmal war. Normalerweise lässt er sich mindestens dreimal pro Woche blicken – sowohl bei Kindern  als auch bei Erwachsenen. Plötzlich sind es nur noch ein- bis zweimal pro Woche.  

Hinweis: Es ist gemeinhin schwierig, eine Verstopfung eindeutig und einheitlich zu definieren. Neben  den eher subjektiven Einflüssen, wie beispielsweise die Frage danach wie stark Sie pressen müssen,  spielen auch objektive Parameter eine Rolle. Also: Wie häufig gehen Sie zur Toilette, welche  Konsistenz hat der Stuhl? Im Zweifel wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt oder eine Ärztin. 

Auch der Stuhl selbst verändert sich. Er wird nicht nur härter und trockener, sondern auch weniger.  Oft scheiden wir lediglich kleine Klumpen aus, besser bekannt als Schafsköttel oder Kaninchenknödel.  

Genau deshalb fühlen wir uns nach dem Toilettengang nicht vollständig erleichtert. Ein  unangenehmes Völlegefühl bleibt zurück. Noch immer können wir die Stuhlreste im Darm deutlich  spüren.  

Ein weiteres Anzeichen für Verstopfung: Der Stuhlgang fällt uns schwer. Es läuft nicht mehr wie  geschmiert. Nur mit starkem Pressen und Drücken setzt sich die träge Verdauung in Gang.  Stuhlgang kann ganz schön anstrengend sein. Kein Wunder, dass viele lieber einen Bogen um die  Toilette machen. Doch verschoben ist nicht aufgehoben: Je länger Sie bis zum nächsten Stuhlgang  warten, desto länger wird der Stau im Darm.

Begleitende Symptome bei Verstopfung – die gelegentlichen Verdächtigen

Alles kann, nichts muss: Bei ihren Begleitsymptomen ist die Verstopfung unberechenbar. Mal treten  gar keine auf, mal mehrere gleichzeitig. 

Verstopfung und Schmerzen – zwei enge Bekannte  

Normalerweise läuft es auf der Toilette reibungslos – nichts drückt, ziept oder schmerzt. Bei  Verstopfung sieht es anders aus. Gelegentlich macht sich der verhärtete Stuhl unangenehm  bemerkbar. Wandert er langsam den Verdauungstrakt entlang, gerät er mit der sensiblen Darmwand  aneinander. Und genau dieses Tête-à-tête verursacht kleine, schmerzhafte Risse in der Schleimhaut.  Selbst der After bleibt nicht verschont. Scheidet er den trockenen, harten Stuhl aus, zieht er sich  häufig Mikroverletzungen zu. Die Risse sind zwar winzig, aber ganz schön schmerzhaft. Übrigens: Wer gleichzeitig an Verstopfung und Hämorrhoiden leidet, zieht ein besonders schweres  Los. Beim Pressen und Drücken können sich die Schwellungen schnell vergrößern und sogar  hinausstülpen. Der Stuhlgang wird zum kleinen Kampf.

Blähbauch: heiße Luft, nichts dahinter 

Nicht selten leidet ein schlapper Darm an Blähungen. Durch überschüssige Luft im Verdauungstrakt  plustert sich der Darm auf. Doch wie genau entsteht diese Luft?  

  • Ursache 1: Die Luft kommt bei der Neutralisierung von Magensäure und dem Abbau von  Fettsäuren zustande. Dabei setzt sich Kohlenstoffdioxid (CO2) frei.  
  • Ursache 2: Bakterien im Dickdarm nehmen Einfluss auf den gärenden Nahrungsbrei. Bei  diesem Prozess bilden sich Gase – zum unter anderem Methan, Stickstoff, Wasserstoff,  Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff.

Arbeitet der Darm auf Normalbetrieb, können die Gase mühelos nach außen entweichen. Alles bleibt  im grünen Bereich. Im Falle einer Verstopfung arbeitet der Darm jedoch im Sparmodus. Die Folge: Er  kommt mit dem Verdauen nicht mehr hinterher. Es bleibt einiges liegen – leider auch mitten auf den  

Abführwegen der Gase. Sie können nicht mehr nach draußen, umso mehr überschüssige Luft  sammelt sich im Verdauungstrakt an. Und da ist er auch schon: der Blähbauch.  

Neben einem lästigen Völle- und Druckgefühl im Unterbauch berichten Betroffene häufig auch von  Bauchschmerzen. Wird der Druck im Darm zu groß, lässt er es uns spüren – häufig sogar hören. Mit  lautem Gluckern und zornigem Rumoren klagt er uns sein Leid. 

Ein Blähbauch geht auch deshalb häufig mit der Verstopfung Hand in Hand, weil er als Nebenwirkung den Raum betritt. Denn einige Abführmittel können den Darm aus dem Gleichgewicht bringen, sodass sich zwar die Verstopfung löst, dafür aber ein unangenehmer Blähbauch entsteht.

Übelkeit und Sodbrennen: wenn uns die Verstopfung auf den Magen schlägt

Schwere Formen von Verstopfung gehen über Symptome wie Bauchschmerzen und Völlegefühl  hinaus. Nicht selten schlagen sie uns sogar auf den Magen. Gerät der sensible Verdauungstrakt aus  der Balance, bestraft er uns mit Übelkeit.  

Gelegentlich kommen Verdauungsprobleme wie Sodbrennen hinzu. Verständlich, dass wir bei  Verstopfung oft weniger Appetit haben. Hin und wieder schlägt uns der Darmstau sogar aufs Gemüt.  Wir fühlen uns genauso müde und erschöpft wie der Darm.  

Gut zu wissen: In Einzelfällen können starke Blähungen sogar Brustschmerzen, Atemnot oder ein  Engegefühl im Brustbereich auslösen. In diesem Fall sollten Sie besser einen Arzt aufsuchen – sicher  ist sicher.

Dauerbegleiter Verstopfung – typische Langzeitsymptome

Wird die Verstopfung zu unserem ständigen Begleiter, greift sie zu drastischeren Symptomen als  Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit. So bäumt sich der Darm gegen den Dauerstau auf:  

  • Analfissuren – kleine, schmerzhafte Risse in der Analschleimhaut 
  • Hämorrhoiden – knotenförmige Schwellungen des Gefäßpolsters 
  • Mastdarmvorfall – die Mastdarmwand wölbt sich in die Darmlichtung oder durch den After  nach außen 
  • Stuhlinkontinenz – der Stuhlgang lässt sich nicht mehr vollkommen kontrollieren
  • Darmverschluss – eine Blockade der Darmpassage 

Doch kein Grund zur Panik: Die Verstopfung ist zwar ein lästiges Anhängsel, aber meist ein  harmloses. Tun Sie dem angeschlagenen Darm etwas Gutes, ist er bald wieder ganz der Alte.

Sofortmaßnahmen gegen Verstopfung  

„Ausgerechnet jetzt!“ – Verstopfung kommt immer dann, wenn wir sie am wenigsten gebrauchen  können. Denn wer freut sich schon über einen laut rumorenden Darm beim Kundengespräch,  Bauchschmerzen beim 10-Stunden-Flug oder Hochzeitsfotos mit Blähbauch? Doch keine Sorge: Sie  müssen den unangenehmen Zeitgenossen nicht wortlos hinnehmen. Warum versuchen Sie es nicht  mit diesen Maßnahmen gegen Verstopfung?  

  • Bewegung: Ein kurzer Spaziergang oder ein Morgensprint durch den Park machen den  müden Darm munter. Schon 15 bis 20 Minuten Bewegung täglich wirken Wunder.  
  • Flüssigkeitsschub: Zwei Liter täglich spülen den überfüllten Verdauungstrakt gut durch – ob  Mineralwasser, ungesüßte Tees oder leichte Fruchtsäfte.  
  • Entspannungskur: Sie leiden an Verstopfung durch Stress? Dann schicken Sie den  angespannten Darm in den wohlverdienten Kurzurlaub – sei es mit Pilates, Yoga, Meditation,  Progressiver Muskelentspannung oder Autogenem Training.
Quellenverzeichnis
  1. Feichter, M. (16.10.2018). Verstopfung. Abgerufen am 16.03.2021 über  https://www.netdoktor.de/symptome/verstopfung/ 
  2. Osthoff, C. (23.04.2019). Verstopfung (Obstipation). Abgerufen am 16.03.2021 über  https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/symptome/verstopfung obstipation-737005.html
  3. Microlax. Verstopfung: Ursachen & Symptome. Abgerufen am 16.03.2021 über  https://www.microlax.de/verstopfung/ursachen-symptome

Zuletzt aktualisiert am: 21.04.2021
Veröffentlicht am: 15.04.2021

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