Obstipations-Therapie: Welche Formen der Behandlung gibt es bei Verstopfung?

Auf Wiedersehen Blähbauch, willkommen Power-Darm!
Verstopfung behandeln Titelbild

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Der Darm ist ein Sensibelchen. Auch er hat seine schlechten Tage. Eines schlägt ihm besonders aufs Gemüt: die Verstopfung. Doch kein Grund zur Sorge: Der Darm-Blues muss nicht von Dauer sein. Mit der richtigen Behandlung verabschiedet sich die Verstopfung wie von selbst. Und schon ist die Darm-Welt wieder in Ordnung. 

Hand aufs Herz: Wer wünscht sich kein Patentrezept gegen Verstopfung (medizinisch: Obstipation)? Doch so leicht macht es uns der Darm leider nicht. Ob ihm eine Behandlung guttut, hängt ganz von der Ursache der Verstopfung ab. Bei leichten Formen von Verstopfung begnügt sich der Verdauungsmuffel oft schon mit einfachen Hausmitteln wie mehreren großen Gläsern Wasser, der Verzehr von abführenden Lebensmitteln oder einigen kurzen Spaziergängen. 

Schlagen die sanften Verdauungshelfer jedoch auch nach mehreren Wochen nicht an oder kommen Begleit-Symptome wie Müdigkeit, Blähungen und Schwindel hinzu, steckt oft mehr hinter der Obstipation. Unser Körper macht uns mit den Beschwerden auf eine ernstere Ursache aufmerksam. In diesem Fall lohnt sich eine professionelle Meinung. Warum gehen Sie dem Verdauungs-Blues nicht zusammen mit Ihrem Hausarzt auf den Grund? Mithilfe von Blut-, Stuhl- und Urinuntersuchungen, Darmspiegelungen und Röntgenaufnahmen fühlen Sie dem Darm auf den Zahn. 

Auf lange Sicht: Ein darmfreundlicher Lebensstil 

Oft ist der Darm nicht mit unserem Lebensstil einverstanden – zu wenig Bewegung, zu viele Kohlenhydrate, viel zu viel Stress. So ist die Obstipation als Warnsignal zu deuten – vor allem die chronische Verstopfung. Wir müssen den Stuhlgang wieder auf Trab bringen. Doch nur mit der Ruhe: Wer seine Gewohnheiten dem Darm zuliebe umstellt, wird die Verstopfung meist nicht von heute auf morgen wieder los. Es kann mehrere Tage oder Wochen dauern, bis die Veränderungen Wirkung zeigen und die Beschwerden gelindert sind. Unser Darm ist schließlich ein Individualist. Der eine reagiert schneller, der andere langsamer. 

  • Richtig essen: Ballaststoffe wie Vollkorn, Obst und Gemüse schmeckt dem Darm vorzüglich. Genauso wenig kann er Hirse, Vollreis, Hülsenfrüchten und Knollengemüse widerstehen. Die goldene Darm-Regel: Je weicher Sie essen, desto besser für die Verdauung – abgesehen von Weißbrot, denn unser Darm bevorzugt Vollkornprodukte. So darf gekochtes oder püriertes Obst und Gemüse nicht auf dem darmfreundlichen Speiseplan fehlen. 
  • Natürliche Abführhelfer: Dörrpflaumen, eingelegte Feigen, Rhabarber oder Randen (Rote Bete) regen sanft die Verdauung an. Genauso gute Abführarbeit leisten Lein- und Flohsamen.
  • Fitness für den Darm: Bewegung ist eine Wohltat für den Enddarm – ob Joggen, Nordic Walking oder Schwimmen. Besondere Aufmerksamkeit haben sich unsere Bauchmuskeln verdient – denn je stärker unsere Körpermitte, desto stärker unser Verdauungstrakt.
  • Geregelter Tagesablauf: Der Darm ist ein Gewohnheitstier. Am liebsten läuft der Stuhlgang immer zur selben Zeit ab. So kommt ihm ein regelmäßiger Tagesablauf mit festen Mahlzeiten und festen Toilettengängen gerade recht.

Auf kurze Sicht: Massagen, Bäder und Spülungen

Wer kennt es nicht: Wir wachen morgens mit Bauchschmerzen und Völlegefühl auf. Ausgerechnet jetzt, heute steht doch das Meeting des Jahres an. Doch keine Panik: Diese Sofortmaßnahmen helfen gegen akute Verstopfung

  • Bauchmassagen: Sanfte, kreisende Massagen vom rechten Unterbauch zum linken Unterbauch machen den müden Darm munter.
  • Frischekick vor dem Frühstück: Ein großes Glas Wasser oder Kräutertee stimmt den Darm auf die Entleerung ein.
  • Bäder: Bauchwaschungen, kalte Fußbäder und Halbbäder helfen der Verdauung auf die Sprünge. Sie leiden an Bauchkrämpfen? Warme Sitzbäder besänftigen den angespannten Enddarm.
  • Darmspülung: Eine der schnellsten Behandlungen bei Verstopfung sind Darmspülungen und Einläufe mit Wasser. Das Plus an Flüssigkeit macht dem trägen Darm Beine.

Natürliche Assistenten bei Verstopfung – Abführmittel 

Von Bauchmassagen über kalte Fußbäder bis hin zur Darmspülung – Sie haben jede Obstipationsbehandlung ausprobiert. Trotzdem kommt der Darm nicht in die Gänge? Warum versuchen Sie es dann nicht mit einem sanften Abführmittel? Gerade bei leichter und gelegentlich auftretender Verstopfung hat sich die Therapieform bewährt. Doch welche Stuhlweichmacher gibt es und wie wirken sie? 

  • Quellmittel: Wie ein Schwämmchen nehmen sie im Darm Wasser auf. Der Stuhl wird weicher und voluminöser. Und schon läuft es auf dem stillen Örtchen wieder wie geschmiert. Die Nummer eins unter den Quellmitteln sind Weizenkleie, Leinsamen, getrocknete Pflaumen und Flohsamenschalen
  • Gleitmittel: Die Verdauungsassistenten bilden einen glitschigen Film um die Darmwand, sodass der Stuhl besser flutscht – selbst harter und trockener Stuhl.
  • Osmotische Abführmittel: Diese ziehen Wasser aus dem umliegenden Darm und halten dieses tapfer im Nahrungsbrei, weshalb man sie als osmotisch bezeichnet. Dabei wird zwischen Salinen, Zucker bzw. Zuckeralkoholen und sogenannten isoosmotischen Laxantien (Abführmitteln) unterschieden. Isoosmotische Abführmittel wie Macrogol binden Wasser im Darm und machen den Stuhl gleitfähiger.
  • Stimulierende Abführmittel: Auch sie sammeln Wasser und Elektrolyte im Darm, die ihn tatkräftig bei der Entleerung unterstützten.

Konsultieren Sie Ihren Arzt

Leiden Sie unter Darm-Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom, sprechen Sie die Einnahme von Abführmitteln unbedingt mit einem Arzt ab.

Nebenwirkung Verstopfung? Zeit für eine andere Behandlung 

Wussten Sie, dass einige Medikamente Obstipation als Nebenwirkung haben? Gerade Schmerzmittel, Antidepressiva und entwässernde Arzneimittel können sich auf die Verdauung und den Stuhlgang auswirken. Aber alles halb so schlimm: Oft legt sich die Verstopfung mit einem neuen Medikament. Doch bitte Vorsicht: Stellen Sie die Medikamente Ihrer Erkrankung nie auf eigene Faust um. Zusammen mit einem Arzt oder einer Ärztin behandeln Sie Verstopfung als Nebenwirkung am einfachsten und sichersten. 

Der letzte Schritt: Operation bei Verstopfung

Der letzte Behandlungsschritt bei Verstopfung ist die Operation. Ist der Darm zu träge oder zu blockiert, um sich selbst zu entleeren, braucht er professionelle Hilfe. Mit verschiedenen chirurgischen Eingriffen kommt die Verdauung wieder in Schwung. Aber seien Sie unbesorgt: Eine Operation ist die Ausnahme. Wer das Sensibelchen im Bauch gut pflegt, wird das Keine-Lust-aufs-Klo-Syndrom schnell wieder los.

Welche Behandlung bei Verstopfung gibt es?

Eine Verstopfung kann mit einer ballaststoffreichen Ernährung, Trockenobst, Bewegung, ausreichend Flüssigkeit, Bauchmassagen und warmen Bädern, Flohsamenschalen oder mit verschiedenen Abführmitteln behandelt werden.

Welches Mittel bei Verstopfung?

Folgende sanfte bis starke Abführmittel können bei Verstopfung helfen:

  • Quellmittel wie Leinsamen und Flohsamen
  • Gleitmittel
  • osmotische Abführmittel, z.B. mit Macrogol
  • stimulierende Abführmittel

Zuletzt aktualisiert am: 13.04.2022
Hochgeladen am: 21.04.2021

Quellenverzeichnis
  • Toppharm. Verstopfung. Abgerufen am 29.03.2021 über https://www.toppharm.ch/krankheitsbild/verstopfung
  • Deutsche Familienversicherung. (02.04.2019). Verstopfung: Ursachen, Symptome & Behandlung. Abgerufen am 29.03.2021 über https://www.deutsche-familienversicherung.de/krankenhauszusatzversicherung/ratgeber/artikel/verstopfung-ursachen-symptome-therapie/
  • Netdoktor. Behandlung bei Verstopfung. Abgerufen am 29.03.2021 über https://www.netdoktor.at/therapie/behandlung-verstopfung-5033463
  • Vitanet. Operationen bei Verstopfung. Abgerufen am 30.03.2021 über http://www.vitanet.de/krankheiten-symptome/verstopfung/therapie/operationen

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