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Verstopfung und Blähungen

Enge Bekannte oder ferne Verwandte?
Verstopfung und Blähungen – Was tun?

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Ihr Bauch tanzt wieder einmal Tango. Mit Grummeln und Glucksen macht er seinem feurigen Temperament Luft. Doch was steckt hinter dem wilden Darm-Tanz? Blähungen, Verstopfung oder beides? Gehen wir dem Verdauungs-Tango gemeinsam auf den Grund.

Immer das Gleiche: Seit Wochen fiebern Sie Ihrem Traumurlaub in der Karibik entgegen. Der Flug ist gebucht, das Hotelzimmer reserviert, die Koffer gepackt. Nur einer kommt so gar nicht in Urlaubsstimmung – Ihr Darm. Ausgerechnet einen Tag vor der Abreise stellt sich das Sensibelchen quer. Sieht fast so aus, als hätte es sich schon ein wenig früher in den Urlaub verabschiedet. Was ist nur los mit ihm? Verderben ihm Blähungen oder Verstopfung die Urlaubsvorfreude – oder vielleicht sogar beides? Dem Hausarzt oder der besten Freundin vertrauen Sie sich nur ungern an – irgendwie peinlich. Aber vielleicht können wir Ihnen weiterhelfen. Wir nehmen Ihr Darm-Malheur unter die Lupe und erklären Ihnen den Zusammenhang zwischen Blähungen und Verstopfung.

Blähungen: Was passiert da eigentlich?

Guck-guck, ich bin’s, der Blähbauch. Fröhlich wölbt er sich unter der Lieblingsjeans hervor. Doch was passiert da drin eigentlich? Ganz einfach: Im Darm herrscht dicke Luft. Sammeln sich zu viele Gase in unserem Verdauungstrakt an, plustert er sich auf. Ihre Darmwand ist ein Sensibelchen? Dann können sich durch den Luftdruck auch weitere Beschwerden wie drückende  Bauchschmerzen dazugesellen.

Meist ist die Luft im Bauch nur ein relativ kurzer Zeitgenosse. Ein paar Stunden später ist der Darm-Spuk auch schon wieder vorbei. In der Zwischenzeit hat unsere Verdauung aber alle Hände voll zu tun. Mit vollem Körpereinsatz versucht der Darm, die blähenden Gase loszuwerden. Dafür wählt er zwei Wege. Den ersten Weg kennen wir nur zu gut: Die Darmgase werden über den After abgeführt. In anderen Worten: Uns entfährt ein Pups. Peinlich? Aber nicht doch, jeder pupst doch mal. Zehn bis 20 Pupse am Tag sind stinknormal. Der zweite Weg führt über die Lunge: Wir atmen die geruchlosen Gase aus.

Der Blähbauch ist zu Ihrem treuen Dauerbegleiter geworden? Das klingt ganz nach Flatulenz (medizinisch für Blähungen) oder gar chronischen Blähungen. Offenbar ist Ihr Darm im Dauerstress. Er kommt seinen Verdauungspflichten nicht mehr richtig nach. Und je langsamer er arbeitet, desto mehr Darmgase bleiben zurück. Das ist wie bei einem stressigen Bürojob: Halsen wir uns zu viel Arbeit auf, bleibt immer etwas auf dem Schreibtisch liegen.

Wie kommt eigentlich die Luft in den Bauch?

Ausgerechnet jetzt: Der Blähbauch überfällt Sie wie aus dem Nichts? Wahrscheinlich haben Sie etwas Falsches gegessen. Denn es kann durchaus vorkommen, dass der Darm mit einer plötzlichen Ernährungsumstellung oder zu vielen blähenden Lebensmitteln in kurzer Zeit überfordert ist. Größere Mengen von Lebensmitteln wie z. B. Kohl, Zwiebeln, Müsli, Vollkornprodukten, Linsen, Erbsen oder Bohnen können die Gasbildung im Magen-Darm-Trakt begünstigen und lassen unseren Darm daher aufstöhnen. Denn wie heißt es so schön: Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen.

Keines dieser explosiven Lebensmittel stand auf dem Speiseplan? Dann haben Sie vielleicht zu hastig gegessen. Denn wussten Sie schon: Schnelle Esser verschlucken fast doppelt so viel Luft wie langsame Esser. Auch leidenschaftliche Kaugummi-Kauer sind wahre Luftverschlucker: Durch das ständige Kauen gelangt unnatürlich viel Luft in den Magen-Darm-Trakt. So ist der Blähbauch oft nur ein, zwei Kaugummis weit entfernt.

Ihre Blähungen sind pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk? 20 Minuten nach dem Essen begrüßt Sie auch schon der gute alte Blähbauch? Dann hat Ihnen der Besucher etwas Wichtiges zu sagen: Eines der Nahrungsmittel hat ihm nicht geschmeckt. Mal war es der Frucht- oder Milchzucker, mal das Gluten. Ganz wichtig: Wollen die Beschwerden über Ihre Mahlzeiten kein Ende nehmen, sollten Sie Ihre Blähungen vorsichtshalber vom Arzt abklären lassen. 

Blähungen oder Verstopfung – das ist hier die Frage

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, machen Sie es sich bequem und horchen Sie tief in sich hinein. Sind es wirklich nur Blähungen oder steckt mehr dahinter? Denn häufig sind Völlegefühl, Bauchschmerzen und Darmwinde geheime Warnsignale unseres Darms. Er will uns auf etwas aufmerksam machen. Was, wenn er Blähungen als verschlüsselte Botschaft für eine Verstopfung nutzt? Finden wir es heraus. Werfen wir einen Blick auf unsere Symptom-Liste bei Verstopfung. Werden Sie bei dem einen oder anderen Anzeichen hellhörig, spricht vieles für einen trägen Darm:

  • Seltener Gast: Der Stuhl lässt sich weniger als dreimal pro Woche bei Ihnen blicken.
  • Nicht mehr der Alte: Wer ist das denn? Wir erkennen unseren Stuhl kaum wieder. Er ist trocken, klumpig und hart. Auch bei der Ausbeute schaltet unser Darm auf stur. Nur kleinen Mengen gewährt er Ausgang. Kein Wunder, dass wir uns nach dem Toilettenbesuch nicht so herrlich frei und erleichtert fühlen wie sonst.
  • Längere Sitzung: Normalerweise geht es auf dem stillen Örtchen ganz fix. Ein paar Minuten und wir haben unseren Wohlfühl-Darm zurück. Doch plötzlich ist alles anders. Wir müssen dem Stuhl Beine machen. Nur mit Drücken und Pressen locken wir ihn heraus – ganz schön anstrengend.
  • Eine Verstopfung kommt selten allein: So mancher überfüllte Darm hat Bauchschmerzen, Völlegefühl, Übelkeit und Blähungen im Schlepptau. Und genau deshalb beschleicht uns bei Blähungen immer ein leiser Verstopfungsverdacht.

Blähungen durch Verstopfung: Schnelle Hilfe für einen entspannten Darm

Das A und O gegen Blähungen und Verstopfung? Den Darm in Schwung bringen! Rütteln Sie die schläfrige Verdauung mit Yoga, Pilates, Wandern oder Schwimmen wach. Gerade nach einem Sitzmarathon im Flugzeug, Auto oder Bus wirkt der Darm-Sport Wunder.

Wasser marsch: Warum gönnen Sie Ihrem Darm nicht eine kleine Erfrischung? Mindestens zwei Liter täglich hat sich dieses wundervolle Wesen in unserem Bauch verdient. Gerade bei stillem Mineralwasser und ungesüßten Kräutertees hüpft das Darm-Herz.

Den Darm bloß nicht warten lassen! Sie sind gerade auf dem Weg zum stillen Örtchen. Da klingelt das Telefon – der Chef ist dran. Zu schade, Ihr Darm muss sich wohl noch ein Weilchen gedulden. Bitte nicht, nichts ist wichtiger als ein Darm-Date. Das Gespräch kann warten, der Stuhlgang nicht.

Quellenverzeichnis
  1. Harder H et al. Meteorismus – Ursachen und gezielte Therapieansätze. Deutsches Ärzteblatt 2005;102(47):A3264 / B-2758 / C-2579. Abgerufen am 19.04.2021
  2. Layer P et al. Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM), AWMF-Registriernummer: 021/016, Z Gastroenterol 2011;49:237–293. Z.ZT in Überprüfung. Abgerufen am 19.04.2021

Zuletzt aktualisiert am: 18.05.2021
Veröffentlicht am: 26.05.2021

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