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Ständige Blähungen – was tun?

Adieu Blähbauch und Darmwinde: Schicken Sie das Darm-Orchester in die Wüste!
Ständige Blähungen

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Breaking News: Das Darm-Orchester spielt wieder. Mit lautem Trommelwirbel und kräftigem Paukenschlag setzt sich das Verdauungs-Ensemble in Gang. Dreimal die Woche wiederholt es sein Stück. Doch von dem ständigen Musizieren geht dem Darm bald die Puste aus. Eine Spielpause muss her. Mit diesen Tipps lassen Sie die chronischen Blähungen verstummen.

In den letzten 24 Stunden wurde rund 111 Milliarden Mal gepupst – mal laut, mal leise, mal inkognito, mal mit markanter Duftnote. Und jeder von uns trägt seinen Teil dazu bei – im Schnitt bis zu 20-mal pro Tag. Tatsächlich produziert ein Mensch pro Tag etwa 600 Milliliter Methan. Früher wäre man mächtig stolz auf unsere Darmwinde gewesen. Blähungen gehörten schließlich zum guten Ton. Ließ der Darm von sich hören, fühlte sich der Gastgeber geschmeichelt. Da hat es wohl jemandem geschmeckt. Heute sieht es leider anders aus. Beim kleinsten Lüftchen erröten wir.

Laut einer Studie des Universitätsklinikums Mannheim leiden 10% bis 30% der Erwachsenenbevölkerung regelmäßig an Blähungen.

Meist können wir das kleine Darm-Malheur noch rechtzeitig vertuschen. Geschickt übertönen wir den Pups mit einem herzhaften Lacher oder verdrücken uns schnell aufs stille Örtchen. Geschafft, die Luft ist wieder rein. Doch was, wenn sich ständig etwas im Bauch zusammenbraut? Was, wenn ein Pups den nächsten jagt? Ein ganzes Darmwind-Konzert lässt sich schlecht weglachen oder heimlich auf dem Klo austragen. Irgendwann wird der Pups-Marathon zur Last. Könnte nicht endlich wieder Ruhe und Frieden im Darm einkehren? Das kann es. Unsere Top 7 gegen „chronische“ Blähungen helfen Ihnen einfach und schnell aus dem Verdauungs-Teufelskreis.

Wann sind Blähungen chronisch?

Aus medizinischer Perspektive sind Blähungen weder einheitlich definiert, noch klassifiziert. Mediziner:innen unterscheiden häufig zwischen:

  • Flatulenz: eine erhöhte Gasbildung im Magen-Darm-Kanal, sowie das vermehrte Entweichen dieser Darmgase über den Anus
  • Meteorismus: die subjektive Empfindung eines Blähbauchs (geblähter Abdomen)
  • Aerophagie: das vermehrte Schlucken von Luft

Blähungen im erweiterten Sinne sind jedoch kein eigenständiges Krankheitsbild und treten vielmehr als Symptom auf – am häufigsten übrigens bei einer funktionellen Verdauungsstörung, sowie bei einem Reizdarmsyndrom vom Obstipationstyp. Doch auch bei Patient:innen ohne funktionelle Darmbeschwerden oder Vorerkrankung kann es zu Blähungen kommen.

Im medizinischen Sinne gibt es also gar keine „chronischen“ Blähungen. Wer dennoch ständig unter Blähungen leidet sollte mit der Hilfe eines Arztes oder einer Ärztin den Ursachen auf den Grund gehen – Blähungen werden ohnehin ursächlich behandelt

 Ursachen für ständige Blähungen – was steckt dahinter? 

Keine Sorge: Ein paar Tönchen nach den Böhnchen sind völlig normal. Ihr Darm ist heute in Plauderlaune. Oder vielleicht haben Sie heute Mittag einfach zu hastig gegessen? Der Spargel war aber auch zu köstlich – und die Bratkartoffeln erst. Das ist schon Ihre fünfte Tasse Kaffee heute? Dann gönnen Sie Darm und Kaffeemaschine jetzt lieber eine kleine Koffein-Pause. Denn hätten Sie’s gewusst: Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, schwarzer Tee, Matcha oder Energydrinks stehen ganz oben auf der Blähbauch-Liste.

Meist stattet uns die Luft im Bauch nur einen Kurzbesuch ab. Doch hin und wieder bleibt sie noch ein Weilchen länger. Wölbt sich unser Bauch nach Lust und Laune, sprechen wir von chronischen Blähungen. Doch warum plustert er sich ununterbrochen auf?

Die häufigsten Ursachen für ständige Blähungen:

1. Eine falsche Ernährung. Etwa aufgrund einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder einer unausgewogenen Ernährung mit vielerlei fett- oder zuckerhaltigen Lebensmitteln.
2. Zu hastiges Essen. Denn beim schnellen Essen verschlucken wir mehr Luft als gewöhnlich.
3. Stress. Großen psychischen Belastungen, Angst oder Stress können für unsere Verdauung zum Störfaktor werden.
4. Bestimmte Medikamente. Bei einigen Medikamenten, wie beispielsweise Antibiotika, treten Blähungen als Nebenwirkungen auf.
5. Hormonschwankungen. Der weibliche Zyklus und die damit einhergehende Veränderung des Hormonhaushalts haben häufig Einfluss auf die Verdauung.
6. Erkrankungen. Gelegentlich können ernsthafte Magen-Darm-Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom hinter den chronischen Blähungen stecken.

Unser Körper nutzt die ständigen Blähungen als eine Art Alarmanlage. Mit Rumoren, Völlegefühl, Darmwinden und Bauchschmerzen läutet er seine inneren Alarmglocken. „Hilfe, mit mir stimmt etwas nicht“, ruft er uns zu. Aber was fehlt dem armen Kerlchen nur? Werfen wir einen Blick auf die häufigsten Ursachen für „chronische“ Blähungen:

 1. Nahrungsmittelintoleranzen als Ursache für „chronische“ Blähungen

Ist unser Darm auf Kriegsfuß mit bestimmten Lebensmitteln, setzt er sich heftig dagegen zur Wehr. Eine seiner liebsten Waffen gegen Nahrungsmittelintoleranzen sind Blähungen. Gerade bei Lactose und Fructose plustert er sich gerne auf – völlig zu Recht. Da er den Milch- und Fruchtzucker nicht verwerten kann, wandert er unverdaut durch den Verdauungstrakt. Die Darmbakterien freut’s. Mit Vergnügen machen sich die hungrigen Winzlinge über den Leckerbissen her. Es gibt nur ein kleines Problem: Bei der Verarbeitung der Extraportion Nährstoffe bilden sich reichlich Gase. Und je mehr Gase im Darm, desto wahrscheinlicher der Blähbauch.

Auch eine ballaststoffreiche Ernährung, bei der zum Beispiel die Ballaststoffquellen falsch zubereitet werden oder sie häufig in Kombination mit blähenden Nahrungsmitteln verzehrt werden, kann zu ständigen Blähungen führen. Ein weiterer Umstand, der ständige Blähungen begünstigt ist zu hastiges Essen.

 2. Ständige Blähungen weil der Darm im Dauerstress ist

Wussten Sie, dass unser Darm ganz schön gefühlsduselig ist? Ständig streckt das Sensibelchen seine feinen Fühler aus. Wie ein offenes Buch liest es unsere Gefühle. Sind wir traurig, verärgert und gestresst, ist es auch unser Darm. Über die Darm-Hirn-Achse, dem direkten Draht zwischen Verdauung und Gehirn, saugt es unsere Anspannung förmlich in sich auf. Und je angespannter unsere Seele, desto angespannter unser Darm. Er will nur noch eins – Dampf ablassen. 

 3. Stimmungsschwankungen der Darmflora

Auch die Darmflora hat ihre schlechten Tage. Gerade nach der Einnahme von Antibiotika ist sie oft ein richtiger Miesepeter. Doch die Stimmungsschwankungen sind berechtigt. Antibiotika greifen schließlich nicht nur die bösen, sondern auch die guten Darmbakterien an. So ist die Bakterienvielfalt im Verdauungstrakt nicht mehr im Gleichgewicht. Manche Bakterien sind Mangelware, manche gibt es im Überschuss. Und je länger das Wechselbad der Gefühle anhält, desto wahrscheinlicher müssen wir es mit chronischen Blähungen ausbaden.

 4. Darmerkrankungen

Gelegentlich sind ständige Blähungen auch die Vorboten von ernsthaften Magen-Darm-Erkrankungen wie zum Beispiel einem Reizdarm, Darmkrebs, Darmverschluss oder Erkrankungen der Galle, Leber oder Bauchspeicheldrüse. Insbesondere bei wiederkehrenden starken Blähungen und weiteren Symptomen wie Darmkrämpfen, heftigen Bauchschmerzen, Erbrechen, Völlegefühl oder Blut im Stuhl lohnt sich ein klärendes Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin des Vertrauens – sicher ist sicher. 

 Ade Darmwinde: unsere Top 7 gegen „chronische“ Blähungen   

Schlagen wir den Dauer-Blähbauch endlich in die Flucht. Mit diesen Top 7 machen wir ihm Beine:

  1. Spielen Sie Verdauungs-Sherlock: Sind vielleicht bestimmte Lebensmittel daran Schuld, bei Ihnen für Dauerblähungen zu sorgen?
  2. Eine Extraportion Heilkräuter: Mutter Natur hält eine ganze Reihe an Heilkräutern bereit, mit denen Sie Ihrem Blähbauch in Form von Tee Lebewohl sagen können.
  3. Zeit für eine Darm-Massage: Auch mit regelmäßigen Unterbauch-Massagen schicken Sie Ihre Blähungen im Nu in die Wüste.
  4. Heizen Sie dem Darm ein: Ob Waschlappen, Kirschkernkissen oder Wärmflaschen – Wärme tut dem Darm gut.
  5. Darm-Gymnastik: Bewegung bringt Schwung in den Darm, ganz gleich ob mit einem kleinen Spaziergang oder einer Runde Yoga.
  6. Streicheln Sie die Darm-Seele: Gönnen Sie sich regelmäßig etwas Entspannung vom Alltag, denn Stress kann uns ganz schön auf den Magen schlagen – oder in diesem Fall: auf den Darm. 
  7. Helferchen aus dem Medizinschrank: Wenn das alles nicht hilft, dann lohnt der Griff ins Medizinschränkchen. Eins der bekömmlichsten Mittel gegen Blähungen: Simeticon.

 1. Spielen Sie Verdauungs-Sherlock

Nehmen Sie die chronischen Blähungen genau unter die Lupe. Wann treten sie auf? Nach jedem cremigen Cappuccino oder pünktlich nach dem Honigbrot zum Frühstück? Das sieht doch verdächtig nach Lactose- oder Fructoseintoleranz aus. Am besten teilen Sie Ihren Verdacht gleich mit dem Hausarzt. Gemeinsam kommen Sie der Nahrungsmittelunverträglichkeit auf die Schliche.

 2. Eine Extraportion Heilkräuter

Bei starken Blähungen servieren Sie dem angeschlagenen Darm eine Tasse Heilpflanzentee. Anis, Melisse, Kümmel, Salbei, Fenchel, Ingwer, Kamille oder Wermut sind Großmutters liebste Hausmittel gegen Blähungen und Bauchkrämpfe. Schon zwei bis drei Tassen pro Tag steigern die Darm-Laune. Oder was halten Sie von geballter Kräuterpower? Mischen Sie jeweils 50 Gramm Anis, Kümmel und Fenchel und übergießen Sie den Kräutermix mit 150 Milliliter kochendem Wasser. Lassen Sie die „Kraftbrühe“ zehn Minuten zugedeckt ziehen und entlocken Sie Ihrem Darm ein wohliges „Ahh“.

 3. Zeit für eine Darm-Massage

Könnte sich unser Darm selbst etwas gegen die ununterbrochenen Blähungen verschreiben, wären es regelmäßige Darm-Massagen. Nehmen Sie sich einen Moment für sich, legen Sie sich flach auf den Rücken und massieren Sie den Unterbauch mit sanften, kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn. Der leichte Druck kurbelt die natürliche Darmbewegung an, löst Verspannungen und lindert Blähungen. Am besten planen Sie gleich mehrmals täglich Bauch-Massagen in Ihrem Terminkalender ein – einmal morgens, mittags und abends. Schon zehn bis 15 Minuten pro Einheit fühlen sich für den gestressten Darm wie Kurzurlaub an.

 4. Heizen Sie dem Darm ein

Auch Wärme darf auf Ihrem Darm-Rezept nicht fehlen. Denn nichts entspannt den Darm sanfter als heiße Wickel – ob feucht-heiße Waschlappen, Kirschkernkissen oder Wärmflaschen. Bringen Sie den Darm 20 bis 30 Minuten lang kräftig ins Schwitzen. Danach macht die Darm-Sauna Pause. Doch Vorsicht: Übertreiben Sie es nicht mit der Darm-Sauna. Zwei Besuche pro Tag sind völlig genug.

 5. Darm-Gymnastik

Sport ist Mord? Keineswegs, Bewegung ist ein Segen für den Darm. Schon ein kurzer Verdauungsspaziergang pro Tag hält den alten Knaben auf Trab. Zu zehn Minuten Guten-Morgen-Yoga oder einer halben Stunde Gute-Nacht-Pilates sagt er natürlich auch nicht Nein. Keine Zeit für Darm-Gymnastik? Dann gönnen Sie dem fleißigen Arbeiter zumindest 20 Kniebeugen oder zehn Hampelmänner in der Mittagspause.

 6. Streicheln Sie die Darm-Seele

Das neue Projekt ist einfach zum Haare raufen. Da gibt Ihnen Ihr Darm völlig Recht. Der Stress bekommt ihm nicht gut. Seit Wochen klagt er über starke Blähungen und Verstopfung. Sehnlichst wünscht er sich ein paar Streicheleinheiten für die zerrüttete Darm-Seele. Schon ruhige Musik, ein gutes Buch oder eine romantische Komödie würden ihm guttun. Genauso offen ist er für Klangschalenmassagen und Meditation. Von Progressiver Muskelentspannung und Autogenem Training ist er aber auch nicht abgeneigt. Oder warum schicken Sie den Guten nicht gleich ins Wellnesswochenende?

 7. Helferchen aus dem Medizinschrank 

Neben Omas Hausmitteln lässt sich der sensible Darm auch gerne Medikamente mit sanften Entschäumern schmecken, wie beispielsweise Simeticon. Der gut verträgliche Wirkstoff senkt die Oberflächenspannung der Gasbläschen. Dadurch lösen sich die Gasbläschen im Darm nach und nach auf. Herrlich, der Darm ist im siebten Himmel.

Quellenverzeichnis
  1. Dr. med. Hermann Harder (2005). Meteorismus – Ursachen und gezielte Therapieansätze. Aufgerufen am 31.05.2021 über https://www.aerzteblatt.de/archiv/49264/Meteorismus-Ursachen-und-gezielte-Therapieansaetze
  2. Häuser W, Layer P, Henningsen P, Kruis W (2012). Functional bowel disorders in adults. Deutsches Ärzteblatt Int. Abgerufen am 31.05.2021 über https://cdn.aerzteblatt.de/pdf/109/5/m83.pdf
  3. Christiane Fux & Eva Rudolf-Müller (2019). Blähungen. Abgerufen am 19.05.2021 über https://www.netdoktor.de/symptome/blaehungen/ 
  4. Jan Rein (2017). Das Pups-Tabu: Was wirklich gegen Blähungen hilft und dem Darm guttut. München, Deutschland. Heyne Verlag.
  5. Jochen Krinsken (2017). Endlich Schluss mit Blähungen. Neobooks Selfpublishing.

Zuletzt aktualisiert am: 28.07.2021
Veröffentlicht am: 12.08.2021

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